MIGRATION - INTEGRATION- EIN ÜBEL ODER EINE NOTWENDIGKEIT
In der Öffentlichkeit nimmt der Themenbereich Migration eine zentrale Stellung ein. Auch im neuen
Jahrhundert werden Wanderungsbewegungen anhalten und eine der zentralen politischen und
gesellschaftlichen Herausforderungen sein. Die meisten Staaten, die im heutigen weltweiten
Migrantionssystem eine bedeutende Rolle spielen, sind nicht nur mit einem Migrantionstyp konfrontiert,
sondern mit einer breiten Palette unterschiedlicher Wanderungsformen.

Diese Vielfalt macht deutlich, dass Migration kein europäisches Spezifikum darstellt und dass
Wanderungsbewegungen zwischen den Staaten der Peripherie und des Zentrums nur ein Aspekt der
Komplexität internationaler Migration ist.

Es ist unbestritten, dass die Hauptlast der globalen Wanderungen nach wie vor von den
Entwicklungsländern getragen wird, Europa zählt allerdings zu den bevorzugten Einwanderungsregionen
weltweit. Zum Auffangen der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der schrumpfenden und alternden
Bevölkerung wird der Bedarf der europäischen Staaten für die nächsten Jahrzehnte auf etwa 40 Millionen
Nettozuwanderer geschätzt.

Es ergeben sich daraus weit reichende Konsequenzen für die Wirtschaft, die politischen Repräsentation,
die Wanderungsbewegungen und jede andere Form des Austausches zwischen den Staaten und
Regionen.

Weil das Thema teils belastet und hoch brisant ist, tun sich die Politiker schwer, längerfristige
Entscheidungen zu treffen, aus Angst nicht wiedergewählt zu werden. Das Diktat für zusätzliche
Einwanderung wird möglicherweise wieder von der Industrie kommen, ohne dass dabei die Bedürfnisse
der Gesellschaft berücksichtigt werden.

Mit diesem Thema müssen wir uns alle beschäftigen. Wir sind überzeugt, dass wir diese Probleme nur
angehen können, wenn bei der breiten Bevölkerung ein entsprechender Konsens besteht.

Die Frage muss lauten: Was gewinnen wir?, und nicht:Was verlieren wir!


Lothar Wypyrsczyk, Dipl. Sozialpädagoge
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