VDIJB NEWS
Lothar Wypyrsczyk, unser „Atze“, wie ihn viele noch vom provisorischen Jugendzentrum der Stadt Münster im KOTTEN in MS-Kinder 1974-1983 und vom Jugendzentrum im Bürgerhaus von 1983-1994 kennen.
Er schaffte es bereits 1974/75 in einer monatlichen Stadtteilkonferenz alle Kindergärten, Schulen, Alt-Kinderhauser, Gruppen der Kath. Jugend von St. Josef Kinderhaus, davon zu überzeugen, das ein gemeinsames Fest im Stadtteil Kinderhaus, zusammen mit den Kindern und jugendlichen Besuchern des Kotten-Schlüter - die vorwiegend, in der mit vielen Vorurteilen verrufenen „Schleife“ (Brüningheide) wohnten, gemeinsam ein Stadtteilfest durchzuführen, um die Vorurteile (Kriminelle, Fremde etc.) abzubauen, um ein gemeinsames Gemeinwesen aufzubauen. Alle machten sofort mit. Jede Gruppe übernahm eine Aufgabe; alle Kindergärten zusammen gestalteten an einem Tag ein großes Kinderfest mit Spielecken und Buden in Eigenregie. Auch die Kinder und Jugendlichen waren davon begeistert. Alle Gruppen des Stadtteils engagierten sich nach ihren Möglichkeiten. Der Standtort des Stadtteilfestes stand von Anfang an fest: Rund um den Kotten-Kinderhaus mit seinen großen Wiesen und Außengelände. So entstand 1975 das 1. Stadteifest-Kinderhaus mit 5 jährlichen sehr erfolgreichen Folgen. Diese Idee verbreitete sich später in vielen Tattletale Münsters. 1979 wurde dann der 1. Offene Motorradtreff im Rahmen der offenen Jugendarbeit angeboten. Einmal in der Woche jeden Donnerstagabend. Die Kinderpädagogische Arbeit war mittlerweile in eine Spielwohnung in der Sprickmannstrasse ausgegliedert, die mitten im Wohngebiet der „Schleife“ viel effizienter ihre Arbeit dort anbieten konnte. Der Kotten war für alle Jugendlichen und junge Erwachsene täglich von Montag bis Samstag von 15 - 22 Uhr geöffnet. Die Jugendlichen erbrachten viele Eigenleistung bei der Organisation und Renovierung des Haus, auch bei kleinen Reparaturen; jeder wurde gebraucht, jeder machte freiwillig mit! Jeden Mittwoch veranstalteten die Jugendlichen eine Diskothek; einmal im Monat ein Imbued in Zusammenarbeit mit der Filmgruppe Kinderhaus unter der Leitung des Kinderhauser Hans Joachim Stahl; Wasserburgenfahrten standen auf dem Programm und eine 3-Tagestour nach Paris, die vielen heute noch in Erinnerung sind. In den Sommerferien wurden 14 tägige Fahrrad-, Paddelboottouren und Zeltlager angeboten. Bis 1982 führte Atze jeweils 14-tägige Segelfreizeiten in Holland durch, mit großen Ein- und Zweimastern und einem holländischen Skipper. Irgendwie schaffte er es auch immer Jungen und Mädchen aus kinderreichen Familien mitzunehmen, die von zu Hause aus wenig Geld hatten. Auch Wunsch Junger Motorradfahrer aus Kinderhaus wurde ab 1979 ein Offener Motorradtreff angeboten jeden Donnerstag 18 - 20 Uhr. Junge Menschen aus Kinderhaus und der ganzen Stadt Münster, begünstigt durch die damals entstandene „Motorradwelle“ machten von diesem Angebot großen Gebrauch. Die Kotten-Jugendlichen waren an der Motorradtechnik sehr interessiert. Ebenfalls wurde ca. 1980 die Zweiradpädagogische-Jugendarbeit gegründet, in Kooperation mit dem Jugendamt und 3 Jugendrichtern aus Münster als Präventivprojekt:„ Mehr Pädagogik statt Strafe“
1981 Eröffnung der 1. Motorradtage Münster, die später werbewirksamer Bestandteil in der Stadtgesellschaft Münster wurde und 3 Mal als „Motorradfreundlichste Stadt Deutschlands“ prämiert wurde. Der damalige Oberbürgermeister von Münster, Herr Dr. Jörg Twenhöven, wurde in diesem Rahmen zum Ehrenmitglied des Mot-Treff-Kotten e.V. auf dem Prinzipalmarkt, in Anwesenheit von gut 6000 Motorradfahrern aus ganz Europa ernannt. 1983 Umzug der Kinder- und Jugendarbeit in das Jugendzentrum Kinderhaus im Bürgerhaus bis 1994/95. 1983 Auf seine Initiative wurde der Mot-Treff-Kotten e.V. (Verein zur Förderung motorisierter Zweiradfahrer als freier Träger der Jugendhilfe) gegründet. Der Kotten wurde dem Mot-Treff-Kotten e.V. mit allen Geräten und Inventor überlassen, damit deren Angebote lückenlos weitergeführt werden konnten. 1995 Wechsel zum Sozialamt auf Grund einer Verfügung des damaligen Jugendamtsleiter Herrn Jansen mit der (sarkastisch gemeinten) Begründung, „dort könne er ja dann auch mit seinen Ausländern arbeiten, das könne er ja so gut!“
1995 bis 2003 Arbeit mit Flüchtlingen in drei Übergangswohnheimen für Flüchtlinge, in denen Jugendliche, Familien, alleinstehende männliche und weibliche Flüchtlinge wohnten. Auch verstand er es die Jugendgruppenleiter des VDIJB e.V. zu bilden, damit sie ehrenamtliche viele Freizeitangebote in den Wohnheimen durchführen konnten. Seit seinem Ruhestand ist er noch immer mit dem VDIJB e.V. und seinen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit aktiv. So erhält jeder Teilnehmer von Sprachkursen oder ehrenamtlichen Tätigkeiten, in unserer Fahrradwerkstatt ein eigenes Fahrrad, welche aus alten oder von Nachbarn geschenkten, in Eigenregie fahrtüchtig repariert wurden.

Er feierte mit uns zusammen seinen 80. Geburtstag am 04.07.2019 im Rahmen des jeden Jahres stattfindenden Sommerfestes, zu dem sich 2017 auch der Sozialdienst für Flüchtlinge anschloß. Viele eingeladene Nachbarn kahmen zu diesem Fest sehr zahlreich und konnten es gar nicht fassen, wie bescheiden die Flüchtlinge im Wohnheim leben und sie ihnen dann auch noch selbst zubereitete Köstlichkeiten aus ihren verschiedenen Heimatländern anboten.

Einhellige Meinung unserer Nachbarn war später: „Dieses Fest hat gründlich mit unseren Vorurteilen aufgeräumt!“

Marco Brandt, Pressewart des VDIJB e.V.
Verein zur Förderung deutscher und internationaler Jugend -begegnungen -arbeit und -projekte
Idenbrockplatz 5, 48159 Münster-Nord, Kinderhaus
Anerkannter, freier und gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe nach § 75 KJHG
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