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Unser gesellschaftliches Leben spiegelt sich jeden Tag im Kinder- und Jugendzentrum wieder. Selbstverständlich gibt es auch hier, wie überall, Störenfriede unter den Besuchern eines Jugendzentrums. Kleine Streitereien oder sogar Handgreiflichkeiten werden meistens schnell und selbst geregelt. Bei größeren Tätlichkeiten hilft oft eine Verwarnung. Hausverbote spricht jeder Pädagoge wirklich ungern aus. Wo Ermahnungen und Verwarnungen immer wieder nichts nutzen, kommen auch die besten, PädagogInnen um ein schriftliches und leider oft dann endgültiges Hausverbot nicht herum.

Ganz schwierig wird es, wenn eine große Gruppe Jugendlicher, mit vielen Problemen beladen, von heftigen Auseinandersetzungen mit den Eltern und Lehrern genervt, aufgrund schulischer und beruflicher mangelnder Ausbildung, auf der Straße herumhängen, von keinem für Ernst genommen, von der Polizei verfolgt, vom Jugendrichter angeklagt , für sich keine Zukunftsperspektiven mehr sehend, von keiner Institution, die soziale Gruppenarbeit macht, mehr umworben wird, da sie schon alles „durch“ haben, die letzte Zuflucht in einem Jugendzentrum suchen, in der vermeintlichen Hoffnung, ungestört an ihrem letzten Strohhalm saugend, das bißchen Glück, was noch verblieben ist, inhalieren und intravenieren können.

Dies geschieht wie ein Überfall, auf den keiner vorbereitet sein kann!

Dass sie sich bereits in dem Teufelskreis von Beschaffungskriminalität und Drogenabhängigkeit befinden, aus dem schwerlich zu entrinnen ist, kommt ihnen nicht in den Sinn. Dass sich ihre Eltern sorgen, die Pädagogen zusammen mit ihren Müttern bis weit nach Mitternacht die Kinderhauser Straßen
bis in die Innenstadt absuchen, wo wohl ihre Kinder sein könnten, die sie 3-4 Tage und oft auch länger einfach nicht mehr gesehen haben! oder andere Eltern stundenlang am Telefon die Mitarbeiter mit Anrufen bombardieren und jammern: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass "mein Kind" Drogen nehmen soll!“

In dem „Wahnsinnsfeld“ von:
weis schließlich keiner mehr, was Wahr oder Lüge ist.


Außer einem Versuch, mit ihnen eine Gruppe zu organisieren, um über ihre Probleme zu sprechen, nach Lösungen zu suchen, bei Drogenberatungsstellen anzurufen, die hoffnungslos überfüllt sind, gibt es für Freizeitpädagogen wenig Alternativen bis zum endgültigen Rausschmiss, Schließung des offenen Treffs, der Gang zur Polizei. Wetten, daß dann diese ganze Tragödie an einem anderen Ort von vorne beginnt?

Die aktiven Jugendlichen und auch die Pädagogen können nur noch, retten, was zu retten ist, die restlichen Jugendlichen, die verblieben sind, zu schützen, in dem man sich gemeinsam einigelt!

Und dann hört und sieht man, das, eigentlich schon überall: "Weil gespart werden muß, weil woanders in der Stadt Sozialarbeiter gebraucht werden oder neue Ideen der Jugendarbeit grassieren, kann man doch eine, oder auch gar zwei Pädagogen/innen, aus den Jugendzentren "abzwacken", die haben doch so viele!"
DER CHRONIST VON 1993 BERICHTET
Wer bei der Jugendarbeit spart, braucht sich sich um "Aggressoren aller Art" morgen nicht zu sorgen!

Wie heißt das Motto 1993 des Jugendzentrums Kinderhaus und Bürgerhaus noch?
"STEIG BEI UNS EIN, FAHR` MIT UNS INS „JUBELJAHR!“ - DER CHRONIST
VEREIN ZUR FÖRDERUNG DEUTSCHER UND INTERNATIONALER JUGEND -BEGEGNUNGEN, -ARBEIT UND -PROJEKTE
ANERKANNTER, GEMEINNÜTZIGER, FREIER TRÄGER DER JUGENDHILFE NACH § 75 KJHG
BETREUUNG UND BERATUNG VON MENSCHEN MIT MIGRANTIONSHINTERGRUND IM WOHNHEIMEN UND PRIVATWOHNUNGEN
Mitglied im Verbund "Netzwerke - NeMIS e.V." - für Zugewanderte- und Migranten- Initiativen in Münster und Umgebung
Fortsetzung von: